CHEFKET

Alles Liebe Tour 2018

CHEFKET

27. September 2018

LKA Longhorn Donnerstag 20:00 Uhr (Einlass 19:00 Uhr)

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Als „Traumsequenz" beschreibt Chefket die drei Jahre, die seit seinem Top- Ten-Album „Nachtmensch" vergangen sind. Endlich gab es die Bestätigung und den Erfolg, neue Möglichkeiten und damit einhergehend eine Gelassenheit, die er als Musiker nicht mehr erlebt hatte, seit er seine süddeutsche Heimatstadt verlassen hatte. Eine Freiheit, die neue Sinnfragen mit sich brachte: Wofür nutzt er die neu gewonnene Reichweite? Worum geht es im Kern, wenn der Druck abfällt?

Wenn man hört, wie Chefket in „Wo du stehst" zu seinem Gegenüber sagt: „Egal woher du kommst, egal wohin du gehst (...) Da wo du stehst, ist es heller", fühlt es sich kurz so an, als würde man einen immer lauter und selbstsicherer werdenden inneren Dialog belauschen; als würde sich eine gewonnene Erkenntnis erst richtig manifestieren, wenn man sie laut ausspricht und wiederholt. Und diese Erkenntnis ist universell, nicht nur auf das Ich oder das Du bezogen. Das passiert häufig auf „Alles Liebe". Chefkets wichtigster Bezugspunkt ist immer eine andere Person, das Denken, Handeln und Reflektieren im Mikrokosmos der Zweierbeziehung. Oft ist das die Beziehung zu einer Frau, aber nicht immer – in jedem Dialog auf Augenhöhe findet Chefket seine neue Rolle viel intuitiver als zuvor. Das liegt sicher auch daran, dass er in den vergangenen Jahren erst damit fertigwerden musste, sich und sein Dasein in der Wechselwirkung mit etwas Größerem zu definieren. Seine Identität als Deutscher mit türkischen Wurzeln, als Einzelgänger im anonymen Berlin, als Rapper und Sänger in einer angespannten Szene – letztendlich als Şevket Dirican innerhalb einer komplexen Gesellschaft. Das war die Gedankenwelt, mit der er sich lange auseinandersetzte. Erst für „Alles Liebe" tritt die Gesellschaft wieder in den Hintergrund und der Mensch selbstbewusst nach vorne.

Chefket verstand, dass er in all den Jahren in einem oft zynischen Geschäft, in einem immer materialistischer werdenden Genre das Zwischenmenschliche kaum noch zugelassen hatte – das Persönliche, die Liebe. Dabei ist das überhaupt kein neues Thema, im Gegenteil. Als Teenager im baden-württembergischen Heidenheim gründete er seine erste Band, und die Texte, erzählt er, drehten sich damals fast nur um Liebe; weil das alles war, was ihn ernsthaft beschäftigte. Diese Leichtigkeit war lange schwer zu greifen, nachdem er mit 23 den Entschluss fasste, alleine nach Berlin zu ziehen und dort sein Glück als Musiker zu versuchen. Er zog von Cypher zu Cypher, jobbte sich von Tresen zu Tresen, war unentwegt auf der Suche nach etwas und fühlte sich in diesen Jahren oft verkopft und verloren zugleich. Erst als sein Album „Nachtmensch" 2015 den Major-Plattenvertrag brachte, Top Ten ging und Chefket zum ersten Mal seit seinem Abschied von zu Hause das Gefühl erlebte, auf sicherem Boden zu stehen, begann das Pendel wie im Zeitlupentempo zurückzuschwingen. Die Jahre davor waren prägend und unverzichtbar für Chefket, den Künstler. Aber Şevket, der Mensch, fühlte sich endlich, als fiele eine tonnenschwere Last von seinen Schultern. Und da Şevket und Chefket schon immer sehr nah beieinander waren, ist endlich wieder Raum für Menschliches, jetzt, wo die Betäubung abgeklungen ist. Weil nach dem Kampf nicht viel bleibt: nur das Wir, du und ich.

Chefket ist zurück – mit allem, was ihn bewegt, was ihn ausmacht, und mit einem einnehmenden, entwaffnend offenen und grundpositiven Album.

 

Das Konzert von CHEFKET im LKA Longhorn in Stuttgart wird veranstaltet von der Chimperator Live GmbH.

Heiligenwiesen 6
70327 Stuttgart Stuttgart

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